«komorebi» beschreibt im Japanischen das schillernde Spiel des Lichts, wie es durch die Blätter der Bäume scheint. Für diesen Zustand gibt es in unserer Sprache kein eigenes Wort, vielmehr ergründet er sich in der Wahrnehmung eines jeden einzelnen, die, genauso wie das Sonnenlicht im Wald, zu schattieren, kontrastieren und bewegen vermag. In unserem Projekt kreisen wir um das Thema Wald, Baum und Natur und eröffnen verschiedene Zugänge, die gleichwohl unter demselben Dach hausen. Unseren roten Faden bilden unübersetzbare Wörter, die allesamt Zustände, Emotionen oder Phänomene aus der Natur beschreiben. Das Thema greifen wir jeweils von unserem individuellen künstlerischen Standpunkt auf. Sara konzipierte entsprechende Texte, die sie experimentell mit der Gitarre vertonte. Dieses Werk nahm sie in einem Tonstudio auf und fertigte eine limitierte Edition von künstlerisch gestalteten Tonträgern. Claudia Wenger drückt ihre Emotionen in ihren Gemälden aus und Katharina Rupp findet einen haptischen Zugang, indem sie ihre Assoziationen durch ihre textilen Kreationen greif- und tragbar macht. 

Das Projekt das uns in Dialog und Austausch während eines Jahres begleitet hat, begann im März 2018 in der Galerie am Nollen, führte über die Villa Sutter in Münchwilen und fand seinen Abschluss im Atelier karuba textil-art. 


KOMOREBI
japanisch, (n). lit. das schillernde Spiel des Lichts, wie es durch Blätter von Bäumen scheint. 


WABI SABI
japanisch, (n). lit. eine eigene Philosophie,
die den Kreislauf von Wachstum und Vergänglichkeit betont


KUNDUNG
koreanisch, (n) lit. das Wehen der Baumwipfel im Wind 


WALDEINSAMKEIT
deutsch, (n) lit. der Wald als idyllisches und ewiges Ideal mit der Einsamkeit des introvertierten romantischen Dichters (geprägt unter anderem durch Ludwig Tieck und Joseph von Eichendorff)


GÖKOTTA
schwedisch, (n). lit. früh morgens aufstehen mit der Absicht, die Vögel im Sonnenaufgang zwitschern zu hören.